Lexikon


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Arthritis
Gelenkentzündung. Durch die Entzündung kommt es zu einem Erguss, einer vermehrten Produktion von Gelenkflüssigkeit, zur Schwellung des Gelenkes, in der Regel auch Überwärmung und schmerzhaften Bewegungseinschränkungen. Die Ursachen können vielfältig sein. Aufgrund einer aktivierten Arthrose kann es zu einer Entzündung des Gelenkes, also einer Arthritis kommen. Häufige Ursache einer Arthritis ist eine Rheuma-Erkrankung. Ebenso kann eine allgemeine Infektionserkrankung, wie ein grippaler Infekt oder ein Harnwegsinfekt, zu einer Arthritis führen. Dies ist eine reaktive Arthritis. Bei Kindern auch bekannt als Hüftschnupfen. Eine bedrohliche Diagnose ist die bakterielle Arthritis. Aufgrund einer bakteriellen Entzündung kommt es zu einer Eiteransammlung in dem Gelenk, einem Empyem. Dies ist ein absoluter Notfall! In der Regel muss eine rasche Operation erfolgen.
Arthrodese
operative Gelenkversteifung
Arthrose
Arthrose ist eine typische Abnutzungs- und Verschleißerscheinung des Gelenkknorpels. Sie betrifft jung und alt, wird teileise vererbt und schränkt durch Schmerz ein. In einem gesunden Gelenk sind Knochen, Knorpel und Gelenkflüssigkeit leicht beweglich miteinander verbunden. Durch zu einseitige Belastungen, zu wenig Bewegung, Übergewicht, Verletzungen, Fehlstellungen der Gelenke oder ohne erkennbare Ursache wird der Knorpel verstärkt abgerieben. Das führt zu Entzündungen der Gelenkkapsel, Schmerzen stellen sich ein. Ein schleichender Prozess, der alle Gelenke schädigen kann: die Knie, die Hüfte, das Schultergelenk aber auch Finger, Daumensattel, Zehen- oder Wirbelgelenke.

Erste Symptome der Arthrose sind Schmerzen bei oder nach größerer Belastung sowie  Anlaufschmerzen. Allmählich wird die Bewegung des betreffenden Gelenk eingeschränkt. Die umgebenden Muskeln verkürzen sich. Die Schmerzen verstärken sich, auch bei weniger Belastung. Das Gelenk schwillt immer häufiger an und zeigt hierdurch seine Überlastung. Auch ein bisher wenig auffälliges Gelenk kann plötzlich massiv anschwellen und heftige Beschwerden verursachen. Dies wird aktivierte Arthrose genannt. Im Endstadium führen bereits kleinste Bewegungen zu Beschwerden oder es treten Schmerzen auch in Ruhephasen auf.

Die Behandlung der Arthrose ist immer zunächst konservativ, das heißt nicht-operativ. Wichtig ist, das betreffende Gelenk ohne Überlastung in Bewegung zu halten. Die umgebenden Muskeln müssen aktiviert und gestärkt werden. Bewegungen mit raschen Richtungsänderungen, Drehbewegungen und somit Überlastungen des Gelenkes sind nicht sinnvoll. Bei länger anhaltenden oder intensiveren Beschwerden sollte auf jeden Fall der Orthopäde aufgesucht werden.

Entzündungsreduzierende Medikamente (NSAR), verschiedenste physikalische Maßnahmen wie die Magnetfeld-Therapie, Lasertherapie, Wärme- oder Kälteanwendungen, stützende Bandagen, Verbände, Salbenanwendungen oder das Kinesiotape können zu einer Linderung der Beschwerden führen. Hilfreich sind Injektionen mit schmerzreduzierenden Medikamenten, insbesondere haben sich hierbei Hyaluronsäure-Injektionen und die Orthokin-Therapie bewährt. Der Verschleiß des Knorpels ist jedoch irreversibel, d.h. nicht mehr heilbar. Somit können bei der Arthrose alle orthopädische Behandlungen nur einem Ziel dienen: Linderung Ihrer Beschwerden, leider nicht Heilung. Bei einer fortgeschrittenen Arthrose mit entsprechenden Einschränkungen der Alltagsaktivität, kann nur noch eine Ersatzoperation die Schmerzen im Gelenk lindern. Eine Endoprothese ...

Bandscheibe
Der Mensch besitzt 23 Bandscheiben. Die Bandscheibe ist eine elastische, bewegliche Verbindung zwischen zwei knöchernen Wirbelkörpern an der Wirbelsäule.  Zwischen jedem der 24 Wirbelkörper liegt eine Bandscheibe, jedoch nicht zwischen dem Schädelknochen und dem ersten und zwischen dem ersten und zweiten Wirbelkörper (Atlas und Axis). Die Bandscheibe hat vor allem eine Puffer- oder Stossdämpferfunktion und besteht aus einem äußeren Ring (Anulus fibrosus, Faserknorpel), der zentral den aus gallertigem Bindegewebe bestehenden Kern (Nucleus pulposus) umschließt. Der Kern kann große Mengen an Wasser reversibel binden. Eine Bandscheibe ist nur am vorderen Anteil durchblutet und kann deswegen bei Verletzungen oder Verschleiss schlecht bis nicht heilen. Bei Belastung wirkt die Bandscheibe aufgrund ihres Aufbaus wie ein druckelastisches System, das unterschiedliche Krafteinwirkungen aufnehmen und verteilen kann. Längerfristige mechanische Belastungen bewirken dabei einen vermehrten Wasserausstrom aus dem Kern (Nucleus pulposus, Dehydratation), der unter Entlastung ( z. B. Liegen) wieder ausgeglichen werden kann (Hydratation). Dies ist auch der Grund für die im Lauf des Tages um bis zu 2 cm abnehmende Körpergröße. Verschleissbedingte, degenerative Bandscheibenerkrankungen führen zu einem Verlust dieser gewebsspezifischen Eigenschaften. Rissbildungen im äusseren Faserring (Anulus fibrosus) können dabei die Verlagerung von Bandscheibengewebe  mit nachfolgender Druckbelastungen der Nervenwurzeln oder des Rückenmarks begünstigen. Siehe auch Bandscheibenvorfall, Bandscheiben-Protrusion, Bandscheiben-Sequester
Bandscheibenvorfall
auch Bandscheiben-Prolaps genannt. Hierunter versteht man eine krankhafte Verlagerung von Bandscheibengewebe.

 Die Bandscheibe unterliegt einem normalen Alterungsprozess. Dadurch reduziert sich die Elastizität der Bandscheibe und ihre mechanische Funktion als Puffer und Stossdämpfer wird abgeschwächt. Die Bandscheibe besteht aus einem äußeren Faserring (Anulus fibrosus), der einen gallertartigen Kern (Nucleus pulposus) umgibt. Durch Verschleiss, selten unfallbedingt können an dem äußeren Faserring Risse entstehen. Aufgrund der eingeschränkten Regenerationsfähigkeit von Bandscheibengewebe kommt nicht zum Ausheilen dieser Schäden. Durch die fortbestehende Belastung der Bandscheibe kommt es zu einer akuten oder allmählichen Verlagerung des gallertartigen Kerns (Nucleus pulposus). Dieses hervorgetreten Gewebe kann dann auf die Nerven oder das Rückenmark drücken und zusätzlich entzündliche Reaktionen hervor rufen. Das Einklemmen der Nerven kann zu Schmerzen und einer Einschränkung der Nervenfunktion, Taubheit und Kraftverlust, bis hin zu ausgeprägten Lähmungen führen. Die Art und Stärke der Symptome hängt von der Lage des Vorfalls, seiner Größe und dem Nervendruck ab. Am häufigsten finden sich Bandscheibenvorfälle an der unteren Lendenwirbelsäule, deutlich seltener an der Halswirbelsäule, extrem selten an der Brustwirbelsäule.

An der Lendenwirbelsäule kann ein Bandscheibenvorfall zu dem typischen Bild einer Lumboischialgie führen, an der Halswirbelsäule wird dies Cervicobrachialgie genannt. Warnsignal für ein starkes Einklemmen des Nerven ist sein Funktionsverlust. Es kommt am Beispiel der Lumboischialgie in typischen Bereichen eines Beins, selten beider Beine zu Missempfindungen, Kribbeln oder Taubheit der Haut. Ein schwerwiegenderes Warnsignal ist der Kraftverlust bestimmter Kennmuskeln. Besteht nur ein leichtes Kraftdefizit, kann dies nicht-operativ häufig erfolgreich behandelt werden. Bei starken Lähmungen, welche nur selten aufteten, muss rasch operiert werden. Es erfolgt eine sogenannte Nucleotomie, die Entfernung des hervorgetretenen und lockeren Bandscheibengewebes.

Bei einem sehr großen, oberhalb des dritten Lendenwirbels gelegenen Vorfalls kann es zum Einklemmen des Rückenmarks kommen (Cauda-Syndrom). Dadurch können Lähmungen in beiden Beinen entstehen, insbesondere aber auch eine Störung der Blasen- und Enddarmfunktion. Es droht eine dauerhafte Inkontinenz und eine Querschnitt-Lähmung. Deswegen ist eine sofortige Vorstellung beim Facharzt und in der Regel eine Operation innerhalb von wenigen Stunden notwendig. Dies ist glücklicherweise eine sehr seltene Komplikation eines Bandscheibenvorfalls.

In den meisten Fällen muss ein Vorfall nicht operiert werden und kann mit einem individuell abgestimmten, sogenannten konservativen Behandlungsprogramm erfolgreich behandelt werden. Dabei hat die Injektion von schmerzreduzierenden Medikamenten und Kortison in den Wirbelkanal direkt an die betroffenen Nerven eine zentrale Bedeutung. (siehe auch Mikroinvasive Schmerztherapie). Hinzu kommen schmerz- und entzündungsreduzierende Medikamente und physikalische Maßnahmen wie die Extensions-Therapie und die sehr angenehme, muskellockernde Hydrojet-Therapie.

Ein chronischer Bandscheibenverschleiss (Degeneration) führen zu einer Höhenminderung des betreffenden Bewegungssegments. Dies hat eine vermehrte mechanische Belastung der Wirbelgelenke mit Entwicklung einer lokalen Schmerzsymptomatik zur Folge. Langfristig kommt es zu einer Arthrose dieser Wirbelgelenke (Spondylarthrose).

Inwieweit eine körperlich schwere Arbeit mit häufigen Hebe- und Tragebelastungen zur Ausbildung eines Bandscheibenvorfalls führen kann, wird trotz der zwischenzeitlich anerkannten Berufskrankheit unverändert kontrovers unter Fachleuten diskutiert. 

Blockierung
(von z.B. Wirbelgelenken, deswegen erfolgt die Chirotherapie)
Bursitis subacromialis
Schleimbeutelentzündung des Schultergelenkes, siehe auch Impingement
Bänderriss
Bänder stabilisieren Gelenke. Ist ein Band gerissen, so kommt es zur Instabilität des Gelenkes. Dies führt zu Beschwerden und langfristig zur Arthrose. Deshalb ist wichtig, dass das Band stabil ausheilt. Heutzutage müssen viele Bänderrisse nicht mehr operiert werden. Durch Orthesen kann der Bänderriss in der Regel ohne Operation ausheilen. Unterstützend können die Magnetfeld-Therapie und die Kinesiotape-Therapie erfolgen. Es gibt jedoch Bänder, die ohne Operation nicht stabil ausheilen. Dazu gehört das vordere und hintere Kreuzband. Ist ein Kreuzband gerissen, so ist nur ein Ersatz des Bandes mit einer Sehne aus einer anderen Körperregion möglich.
Chevron-Osteotomie
Eine der am häufigsten durchgeführten knöchernen Umstellungs- Operationen beim Hallux valgus. Da die Zehenfehlstellung durch den Spreizfuß verursacht ist, erfolgt die Umstellung (Osteotomie) nicht am Zeh, sondern am aufgespreizten 1. Mittelfußknochen. Dieser wird V-förmig durchtrennt und das Köpfchen nach außen verschoben. Die Stabilisierung erfolgt in der Regel mit einer Titanschraube, welche im Knochen versenkt wird und nicht mehr entfernt werden muss. Durch die Verschiebung des Mittelfußköpfchens wird das Grundgelenk der Großzehe und damit die Zehenfehlstellung korrigiert. Dadurch wird ein korrekter Sehnenzug wieder ermöglicht. Durch Lösung der festen äußeren Gelenkkapsel und Sehnen sowie Raffung der innenseitigen Gelenkkapsel und Sehnen wird die Korrektur der Zehe gesichert. Zusätzlich wird die Pseudo-Exostose abgetragen. Die Großzehe wird gerade gestellt und ein schmalerer Vorfuß erreicht. Dieser Eingriff erfolgt bei uns in der Regel stationär. Der Zeh darf und soll rasch wieder bewegt werden. Das Gehen ist mit einem speziellen Verbandsschuh möglich, jedoch darf der Vorfuß aufgrund der Knochenverschiebung sechs Wochen nicht voll belastet werden. Wenige Tage nach der Operation, sowie nach sechs Wochen erfolgt ein Röntgenbild. Ist der Knochen nach sechs Wochen stabil, beginnt das Training im Normalschuh. Durch die schonenden Operationsmethoden und den speziellen Verbandsschuh ist eine rasche Mobilität möglich. Jedoch ist der Fuß bis zu zehn Wochen eingeschränkt und neigt zu Schwellungen.
Cortison

Cortison ist ein umgangsprachlicher Begriff für ein in der Nebenniere gebildetes, körpereigenes Steroid-Hormon, welches als Medikament genutzt werden kann und Stoffwechselvorgänge beeinflusst.

Es wurde um 1935 entdeckt. Seine dämpfende Wirkung auf das Immunsystem wird in der Medizin häufig genutzt, um überschießende Reaktionen zu unterdrücken und Entzündungen zu hemmen. Dadurch ist Cortison trotz berechtigter Bedenken ein wichtiger Bestandteil der modernen Medizin.  

Der Mediziner Philip Hench injizierte im Jahr 1948 erstmals einer Patientin mit schwerem Rheuma Cortison, die daraufhin schmerzfrei war. Zwei Jahre später erhielten Kendall, Reichstein und Hench gemeinsam „für ihre Entdeckungen bei den Hormonen der Nebennierenrinde, ihrer Struktur und ihrer biologischen Wirkungen“ den Nobelpreis für Medizin. Cortison besitzt eine ausgeprägte das Immunsystem unterdrückende und darüber entzündungshemmende, antiallergische Wirkung.

Der Wirkstoff wird überall dort eingesetzt, wo es gilt akute Entzündungsreaktionen zu unterdrücken. Dazu gehören unter anderem:
 Schock/anaphylaktischer Schock, schwere Verlaufsformen allergischer Reaktionen, beispielsweise nach Wespenstich, Hirnödem (Hirnschwellung), Meningitis (Gehirnhautentzündung), Transplantationen (bei Gefahr der Organabstoßung), bei schwerem Asthma, bei rheumatischen Erkrankungen, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, Multipler Sklerose, Autoimmunerkrankungen und Hautkrankheiten.

Die Nebenwirkungen sind äußerst zahlreich und können bei falscher Anwendung gefährlich sein. Bei längerer Einnahme kann es zur Schädigungen am Knochenbau (Osteoporose), zu einer erhöhten Infektanfälligkeit, zur Entstehung eines Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) kommen. Nach Injektionen können lokale bakterielle Entzündungen und Durchblutungsstörungen, sowie Sehnenrisse entstehen. Die weiteren Nebenwirkungen können vielfältig sein, entstehen jedoch insbesondere nach längerer Anwendung wie Hautveränderungen (Striae, Akne), Vollmondgesicht, Gewichtszunahme, Magen-Darmgeschwüre, Schlafstörungen oder Augenerkrankungen. Deswegen muss Cortison wohlüberlegt unter genauen medizinischen Kriterien verabreicht werden.   Viele der Nebenwirkungen treten erst nach einer längeren Behandlung oder zu hohen Dosierung auf. In begründeten Fällen kann die hervorragende entzündungsreduzierende Wirkung von Cortison jedoch genutzt werden, um entzündliche Erkrankungen fast wundersam zu heilen oder zu unterdrücken. So gehört Cortison in der Behandlung rheumatischer und orthopädischer Erkrankungen weiterhin zum Goldstandart. Gerade in der Orthopädie sollte Cortison jedoch nur in geringen Dosierungen und nicht regelmäßig eingesetzt werden.
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